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Stellungnahme des Katholikenausschusses Köln zum Missbrauchsskandal

Die Wahrheit muss jetzt auf den Tisch 
- Den Weg freimachen für Gerechtigkeit und Neuanfang

gemeinsam mit dem Vorstand des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Köln, fordern wir die Bistumsleitung auf, hinsichtlich der Aufarbeitung der Fälle sexualisierter Gewalt im Erzbistum endlich die Wahrheit auf den Tisch zu legen und den Weg freizumachen für Gerechtigkeit und einen Neuanfang!
 
Wir bedauern, dass die Bistumsleitung nicht in der Lage zu sein scheint, die Fälle sexualisierter Gewalt so aufzuarbeiten bzw. aufarbeiten zu lassen, dass Täter und Vertuscher endlich klar benannt werden und die Zusagen einer schonungslosen Aufklärung damit eingehalten werden. 
Kardinal Woelki betonte, dass im Prozess „die Perspektive der Betroffenen handlungsleitend für unser weiteres Vorgehen ist“. Stattdessen wird immer deutlicher, dass der Betroffenenbeirat von der Bistumsleitung instrumentalisiert wurde und damit ein weiterer Missbrauch stattgefunden hat. 
Durch dieses Handeln hat die katholische Kirche weiter massiv an Glaubwürdigkeit verloren und gibt in der Öffentlichkeit ein katastrophales Bild ab. Das möchten wir so nicht hinnehmen und das muss Konsequenzen haben.
Aufgrund der geschilderten Ereignisse haben wir Zweifel, ob aus dem System der herrschenden Bistumsleitung aus eigener Kraft heraus eine notwendige metanoia (Umkehr) und ein Neuanfang zugunsten von Aufklärung, Recht und Gerechtigkeit möglich ist. Wenn dies nicht möglich ist, müssen weitere Schritte bedacht werden, wie zum Beispiel, die Installierung einer kirchlich-unabhängigen Wahrheitskommission.
Außerdem muss umgehend an der katastrophalen Kommunikation und Außenwirkung des Bistums gearbeitet werden.