Bestattungskultur
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"Niemals wird jemand vergessen sein"

In unserer Stadtgesellschaft ist diese Zusage eine große Herausforderung. Gerade in der Corona-Pandemie vereinsamen Menschen und fühlen sich allein gelassen.
Wir wollen aber auch nicht die vergessen, die niemals das Licht der Welt erblickt haben. Zahlreiche Kinder sind im letzten Jahr tot geboren worden. An diese Kinder wollen wir denken, um sie trauern und ihnen ein christliches Begräbnis ermöglichen.
Dieses Anliegen teilt der Katholikenausschuss in der Stadt Köln seit 2013 mit dem Bestattungshaus Kuckelkorn und mit der Pfarrgemeinde St. Clemens und Mauritius in Köln Mülheim. Gemeinsam haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, jedes Jahr zahlreichen Kindern, die nie das Licht der Welt erblickt haben, eine würdevolle Bestattung zu ermöglichen.

Zitat Gregor Stiels, Vorsitzender des Katholikenausschusses in der Stadt Köln:
Aus der Zusage Gottes, dass niemals jemand vergessen sein wird, erwächst eine besondere Verantwortung für uns Christen!
„Wir möchten trauernden Familien einen Ort der Trauer und des Trostes schaffen, den es sonst nicht geben würde.“

Auf dem katholischen Friedhof in der Sonderburger Straße wurde von der Pfarrgemeinde St. Clemens und Mauritius in Köln Mülheim eine Grabstätte geschaffen. Einmal im Jahr am Passionssonntag, bestatten wir dort unsere totgeborenen Kinder in einer Urne. In diesem Jahr wurden 951 totgeborene Kinder zu Grabe getragen. Aufgrund der Corona Pandemie fand am Sonntag, den 21. März 2021 nur eine kurze Andacht um 11 Uhr auf dem Friedhof Sonderburger Straße-Mülheim statt. 

 

 

 

Bestattung von Menschen ohne Angehörige

In Köln sterben in jedem Jahr annähernd 700 Menschen, um deren Bestattung sich weder Verwandte noch Freunde kümmern (können). Das Ordnungsamt versucht zu ermitteln, ob es Verwandte gibt, und das Amt stellt sicher, dass gleichzeitig Bestattungsfristen eingehalten werden. Ein würdiger und ethisch korrekter Umgang mit dieser nicht einfachen Situation ist dem KA wichtig - dazu ist der Vorstand in regelmäßigem Kontakt mit der Leitung des Kölner Ordnungsamtes.
Aktiv unterstützt der KA auch pfarrliche Initiativen der Begleitung von "einsamen" Beerdigungen.

Grabstätte für obdachlose Menschen

Seit 1997 gibt es ein besonders Gräberfeld auf dem Kölner Südfriedhof, auf dem obdachlose Menschen beigesetzt werden. Dieses Gräberfeld wird durch Bürgerspenden und mit Hilfe des KA erhalten und gepflegt.

Stellungnahme des Katholikenausschusses in der Stadt Köln zum würdevollen Umgang mit der Asche Verstorbener vom 3. November 2014:
Die würdige Bestattung Verstorbener – unsere Bestattungskultur – ist dem KA ein wichtiges Anliegen.
Presseinformationen über die in der Stadt Köln bei Kremationen wohl übliche Praxis, metallische Implantate aus der Asche der kremierten Verstorbenen zu entnehmen und zu veräußern, sind in jüngster Zeit in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses gelangt.

Wir fordern dringend eine Abkehr von der bisher geübten Praxis!

Aus der Sicht des KA muss für die Entscheidungsträger zwingend gefordert werden, zwischen dem Interesse an der körperlichen Integrität des Verstorbenen und der damit verbundenen emotionalen Bindung seiner Angehörigen einerseits und den technischen Möglichkeiten und Zwängen bei der Kremierung andererseits einen akzeptablen Konsens zu finden.
Bewusst beim Verstorbenen hinterlassene persönliche Objekte und Implantate (z. B. Eheringe, Schmuck, Zahngold u. ä.) müssen bei der Kremierung in der Asche verbleiben und der Urne zugeführt werden.
Metallische Objekte, die auf Grund ihrer konstruktionsbedingten Größe nicht in der Urne Platz finden können, dürfen mit einer angemessenen Information der Angehörigen von der Asche des Verstorbenen getrennt und einer Verwertung zugeführt werden.

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KA fordert und fördert gesetzliche Regelungen zur Bestattung totgeborener Kinder

Im Bestattungsgesetz der Länder ist eine Bestattungspflicht für totgeborene Kinder nicht vorgeschrieben aber erlaubt. Das Bestattungsgesetz NRW ist soweit gegangen, Einrichtungen (wie Krankenhäuser mit geburtshilflichen Stationen) zu verpflichten, totgeborene Kinder würdevoll zu bestatten, wenn sich die Eltern nicht um eine Bestattung kümmern. Die Durchführung der Verpflichtung ist meistenteils von der Initiative der jeweiligen Krankenhausseelsorge abhängig. Die Seelsorger des St. Vinzenzhospitals, der Universitätsklinik und des Krankenhauses der Augustinerinnen haben in Kooperation mit der Stadt Köln ein Grabfeld auf dem Kölner Nordfriedhof eingerichtet. Der Katholikenausschuss beobachtet und fördert die Entwicklung und steht in Verbindung mit der Bundesgesundheitsministerin.